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22. Juli 2012

Who Are You New York?

Heute war kein gewöhnlicher Sonntag auf Planet Rufus. Denn Rufus Wainwright ist heute 39 Jahre alt geworden. Anstatt viele Worte zu verlieren, lauschen wir lieber andächtig dem Geburtstagskind. Ausgewählt hierfür habe ich einen Song, der mich bis heute sprachlos macht.

Rufus, deine Musik macht diese verrückte Welt bedeutend schöner.

Live im Kulturhaus Dussmann in Berlin

9. April 2012

Sonnet 20

Zum ersten Mal vertonte Rufus Wainwright ein Sonett von William Shakespeare für ein 2002 erschienenes Album namens When Love Speaks, auf dem hauptsächlich gesprochene, aber auch gesungene Shakespeare-Sonette zu hören sind.

Ob dieses Werk dazu beitrug, dass er 2009 vom Berliner Ensemble beauftragt wurde, für ein Theaterstück des bekannten Regisseurs Robert Wilson die Musik zu schreiben, scheint nicht überliefert zu sein. Das damals vertonte Sonett 29 gehört jedenfalls zu den 25 Shakespeare-Sonetten, die Wilson in seinem Theaterstück verwendete und für deren Vertonung Wainwright verantwortlich zeichnet.

Wainwright war damals gerade dabei, seine Oper auf die Bühne zu bringen, die im selben Jahr in Manchester uraufgeführt wurde, und sah das Engagement am Berliner Ensemble als willkommene Gelegenheit, vorher noch Erfahrung mit einem anderen Bühnenstück zu sammeln.

Sonnet 20 (A Woman's Face) ist ein weiteres der 25 von insgesamt 154 Shakespeare-Sonetten, die ihren Einzug in Wilsons Stück fanden. Und es ist eines von drei dieser Sonette, die Wainwright später für sein Album All Days Are Nights aufnahm. Wie alle Songs auf dem Album, weist auch Sonnet 20 reine Klavierbegleitung auf. Die liebliche Melodie und die minimalistische Klavierbegleitung dienen exzellent dem Zweck, den Worten Shakespeares Flügel zu verleihen.

Sonnet 20 (englisch)
Sonett 20 (deutsche Übersetzung)

15. Januar 2012

Martha

"Martha" ist textlich aufgebaut wie eine Mailbox-Nachricht von Rufus Wainwright an seine Schwester. Es stammt von seinem letzten Studioalbum "All Days Are Nights", das entstand, während ihre Mutter, Kate McGarrigle, totkrank war. Sie starb schließlich im Januar 2010. In dem Lied geht es darum, alte Ressentiments hinter sich zu lassen und gemeinsam Verantwortung zu übernehmen.


Wie das gesamte Album, weist auch "Martha" lediglich Klavierbegleitung auf. Strukturiert ist es eher wie ein klassisches Schubertlied, nicht wie ein Popsong. Anfangs mag es einem unmelodisch vorkommen, doch dies ist eine andere Art von Melodie. Trotz - oder vielleicht gerade wegen - der spärlichen Instrumentierung weist dieser Song eine unglaubliche Intensität auf. Und es beschleicht einen der Eindruck, dass hier die Pausen zwischen den Tönen genauso wichtig sind, wie die Töne selbst.


http://www.youtube.com/watch?v=gyJAV79IcoE