Posts mit dem Label Want One werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Want One werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

6. April 2014

I Don't Know What It Is

Rufus Wainwright kam die Idee für "I Don't Know What It Is", als er auf einer Party für eine hippe Band war. Es lag gleichermaßen Spannung und Ratlosigkeit in der Luft, als hätte man das Gefühl, dabei sein zu müssen, aber wüsste nicht so recht, was vor sich geht. Später wurde ihm klar, dass diese Stimmung seinem eigenen Lebensgefühl entsprach.

In dem Song geht es dann auch um Ziellosigkeit, Verlorenheit, Auf-Der-Suche-Sein, aber auch darum, Altes hinter sich zu lassen und einen Neubeginn zu wagen. Man ist auf der Suche, aber weiß nicht, wonach man sucht. Man weiß noch nicht so recht, wo es hingeht, aber man weiß, man muss den Schritt wagen. Kurz nachdem er diesen Song schrieb machte Rufus den ersten Schritt um sein Leben in den Griff zu kriegen.

Die Studioversion von "I Don't Know What It Is" ist reichhaltig instrumentiert und orchestriert. Das Stück entfaltet mehr und mehr Momentum, um dann ganz zum Schluss wieder etwas ruhiger zu werden. Es ist einer der Songs, von denen man nicht denken würde, dass sie nur mit Gesang und Klavier funktionieren könnten. Doch Rufus wäre nicht Rufus, wenn er uns nicht eines Besseren belehren würde.

Auf seiner aktuellen Best-Of-Tour, bei der er solo auftritt, spielt er das Lied am Klavier, ganz ohne sonstige Begleitung. Das Ergebnis ist grandios und faszinierend. Dazu trägt auch sehr viel seine unglaubliche Stimme bei. Es ist ein Markenzeichen, dass seine Songs sowohl mit reichhaltiger Orchestrierung als auch mit reiner Klavier- oder Gitarrenbegleitung funktionieren und faszinieren. Selten aber hat er das so eindrucksvoll gezeigt.

IDKWII bei iTunes: I Don't Know What It Is - Want One

Live-Mitschnitt vom Konzert in Berlin: https://www.youtube.com/watch?v=_9yCyokHkac

4. Dezember 2011

Dinner At Eight

Es ist ja Tradition bei Familie Wainwright, private Dinge in Songs zu verarbeiten. Angefangen damit hat wohl Vater Loudon, spätestens nachdem er die junge Familie verlassen hatte. Mutter Kate zog damals mit Sohn Rufus und Tochter Martha in ihre Heimatstadt Montreal - und antwortete auf die musikalischen Botschaften ihres Ex-Mannes ebenfalls mit Songs. Was die Eltern angefangen hatten, führten die Kinder später fort.

"Dinner At Eight" entstand nach einem heftigen Streit, den Rufus mit seinem Vater hatte. Nach einem gemeinsamen Fotoshooting für ein Musikmagazin, das anlässlich des Erscheinens seines Debütalbums stattfand, buhlte Rufus anscheinend etwas zu sehr um die Anerkennung seines Vaters und dieser reagierte mit Eifersucht.

Rufus packte all seinen aufgestauten Frust in einen Song, schrieb, immer derjenige zu sein, der fortgeschickt wird, was sich vermutlich auf den Umzug nach Montreal nach der Scheidung seiner Eltern bezieht und darauf, auf ein Internat geschickt worden zu sein. Er fordert darin seinen Vater sogar zum Duell heraus. Doch am Ende kommt auch die Erkenntnis oder zumindest das Wunschdenken zum Ausdruck, dass sein Vater ihn liebt.

"Dinner At Eight" verschwand erst mal für ein paar Jahre in der Schublade. Rufus hielt den Song für zu persönlich, um ihn zu veröffentlichen. Während der Arbeit an "Want One" tauchte er wieder auf und er nahm ihn mit ins Studio. Er spielte die Aufnahme seinem Vater vor und fragte ihn nach seinem Einverständnis, den Song zu veröffentlichen. Dieser stimmte zu; schließlich hatte er ja mit diesem "Spiel" angefangen. Wer austeilt muss eben auch einstecken können.

Youtube:

iTunes:

26. November 2011

Want

"Want" ist ein sehr ruhiger, dezent folkiger Gitarrensong, was einen daran erinnert, dass Wainwright aus einer Familie von Folkmusikern kommt.

Dieser Song ist sehr introspektiv und hat fast schon etwas Hypnotisches. Er entstand, nachdem Wainwright seine Drogenreha hinter sich hatte, zu einer Zeit also, als er sich notwendigerweise viel mit seinem Inneren beschäftigt hatte. Er war dabei, seinen Weg in ein drogenfreies Leben zu finden. "Want" handelt davon, wie Wainwright sich dieses Leben vorstellte, was ihm wirklich wichtig war.

Der Song drückt die Sehnsucht nach Einfachheit, Bescheidenheit und Liebe aus. Und nach dem Schoß der Familie, danach, Teil des Familiengeschäfts zu sein, sein Vater und seine Mutter als Vorbild.

http://www.youtube.com/watch?v=J_Czn3eJXp8

Erfreulicherweise bietet der iTunes Store neuerdings neunzig Sekunden lange Ausschnitte. Da lohnt es sich, in den Store zu gehen (über den Link rechts vom Song) und von dort aus in die Albumversion reinzuhören.
Want - Want One

6. November 2011

11:11

Zu Rufus Wainwrights Repertoire zählen auch viele Gitarrensongs. Ein paar der schönsten erschienen auf seinem dritten Album Want One. Die Melodie von 11:11 erscheint beim ersten Hören vielleicht unscheinbar. Aber mit jedem weiteren Mal erschließen sich einem all die Nuancen, die diesen Song so träumerisch schön machen.

In diesen Nuancen und Details und in der Art, wie Wainwright diese mit seiner Stimme rüberbringt, liegt das Geheimnis vieler seiner Songs. Hinzu kommt auf den Studioversionen oft noch eine einfühlsame Instrumentierung bzw. Orchestrierung. Was aber gerade auch diesen Song so besonders macht, sind die vielen langen Töne. Das gibt seinen Songs so etwas schwelgerisches.

Zum Mitschwelgen geht es hier lang:
http://www.youtube.com/watch?v=zjxSxl9CC8o
11:11 - Want One

Der Song handelt übrigens von 9/11.