3. November 2012

Matinee Idol

River Phoenix war ein sehr talentierter junger Schauspieler und der ältere Bruder von Joaquín Phoenix. Er starb 1993 im Alter von nur 23 Jahren an einem Drogencocktail. Der junge Rufus hatte ihn in dem Film My Private Idaho gesehen und schwärmte von ihm.

Rufus schrieb Matinee Idol über River und seinen Tod. Der Song klingt sehr verspielt, die Studioversion hat gar etwas cabarethaftes. Passend für einen Song über einen Filmstar.

http://www.youtube.com/watch?v=Aw8VEsUMutM

Matinee Idol - Rufus Wainwright

29. September 2012

Rufus und die Medien

Es gibt Journalisten, die bringen es fertig, Rufus Wainwright als selbstverliebte Diva darzustellen. Ich habe den Verdacht, dass da eine ordentliche Portion Zynismus dahintersteckt. Nun gibt es so einiges auf der Welt, das bei einem kritischen, sensiblen Beobachter zurecht Zynismus heraufbeschwört. Rufus Wainwright gehört nicht dazu.

Die wahren Diven des Showbiz beantworten heutzutage keine Frage mehr, ohne dass diese vorab übermittelt, vom Management geprüft, die Antwort mit dem Management abgesprochen und am besten noch von einem Anwalt abgesegnet wurde. Und wehe, ein Interviewer weicht mal ein wenig vom Schema ab. Dann ist sofort Schluss.

Im Gegensatz dazu ist Wainwright jemand, mit dem man sich normal unterhalten kann. Er ist offen und ehrlich und man muss ihm nicht alles aus der Nase ziehen. Man wirft ihm allenfalls ein paar Stichworte hin und erhält intelligente, ausführliche, interessante Antworten, in denen auch der Humor nicht zu kurz kommt. Er erzählt bereitwillig, was es Neues gibt. Dafür treffen sich die Interviewer doch mit ihm - und profitieren von seiner Redseligkeit.

Man sollte meinen, Rufus ist geradezu der Traum aller Interviewer. Natürlich nur, wenn diese ehrlich an ihm interessiert sind. Ansonsten sollen sie lieber dümmliche Popsternchen interviewen.

Sicher, Wainwright mangelt es nicht an Selbstbewusstsein. Er weiß, dass er was kann, und macht keinen Hehl daraus. Er soll einmal gesagt haben, das einzige, das schlimmer sei als Arroganz, sei falsche Bescheidenheit. Rufus war gerademal 14 Jahre alt, als er seinen ersten selbstgeschriebenen Song herausbrachte - selbst gesungen in einem kanadischen Jugendfilm - und dafür für den Genie-Award nomminiert wurde. Es heißt, seine Mutter (bekanntermaßen selbst erfolgreiche Musikerin) sei sein größter Fan, aber auch seine größte Kritikerin gewesen. Sie brachte ihm bei, sich selbst realistisch einzuschätzen.

Vielleicht hat es ja auch damit zu tun, dass man in der Scheinwelt des Showbiz jemanden wie Rufus nicht gewohnt ist. Möglicherweise kann sich Mancher - vor allem, wenn er sich einen gewissen zynischen Blick auf die Dinge zu Eigen gemacht hat - nicht vorstellen, dass Wainwright tatsächlich echt ist.

Erfreulicherweise habe ich auch schon den Bericht eines Interviewers lesen dürfen, der beschrieb, wie Wainwright es mühelos schafft, eine angenehme Atmosphäre zu schaffen, in der man das Gefühl hat, keinem Fremden, sondern einem Freund gegenüber zu sitzen.

Für Berufszyniker ist Rufus Wainwright eine selbstverliebte Diva. Für alle anderen einfach herzerfrischend.

Hier ist Teil 1 von 4 eines Interviews im Kulturkaufhaus Dussmann in Berlin:
http://www.youtube.com/watch?v=tks1vK_WbSs

23. August 2012

Alone Together

"Our love is as deep as the sea"

Am 22. November 2010 gab Rufus Wainwright beim Konzert in der Royal Albert Hall in London seine Verlobung mit Jörn Weisbrodt bekannt, bevor er ihm - nicht zum ersten Mal - den Song "Alone Together" widmete.

Zum damaligen Zeitpunkt war es in ihrer Heimat New York gleichgeschlechtlichen Paaren noch gar nicht erlaubt, zu heiraten. Die Verlobung war schlicht ein offizielles Bekenntnis Wainwrights zu seinem Lebensgefährten - zu einem Zeitpunkt, als er wusste, dass er bald Vater werden würde. Jörn sollte in dieser ungewöhnlichen Familie seinen offiziellen Platz haben.

Im Sommer 2011 geschah dann etwas, mit dem nicht viele gerechnet hatten. Gleichgeschlechtliche Ehen wurden in New York legalisiert. Die ersten Eheschließungen fanden ziemlich genau vor einem Jahr statt. Mitte November gab Rufus bei einem Auftritt bekannt, dass er und Jörn sehr bald in New York heiraten würden.

Neun Monate später ist es nun so weit. Rufus und Jörn heiraten heute in ihrem Haus in Montauk auf Long Island, New York.

Möge ihre Liebe für immer so tief wie das Meer bleiben.

Rufus Wainwright - Alone Together (Royal Albert Hall 22 Nov 2010)

1. August 2012

Sometimes You Need

Sometimes You Need ist so etwas wie der Sommersong auf Rufus Wainwrights neuem Album. Aber er ist kein Partysong. Er klingt eher nach einem gedankenverlorenen, etwas weltverdrossenen Abend am Strand. Vor einem das Meer, hinter einem die Lichter der Großstadt und in einem brodeln die Gedanken einsam vor sich hin. Über einem die Sterne - fehlt nur noch ein Fremder, dem man sein Herz ausschütten kann, der zuhört, ein paar verständnisvolle und aufmunternde Worte sagt und dann im Nirgendwo verschwindet.

Sometimes You Need ist unaufdringlich, natürlich, sanft und ausdrucksstark zugleich. Man möchte sich in dieses Lied fallen lassen und die Welt vergessen.

Auf der Studioversion ist Sean Lennon an der Akustikgitarre zu hören. Außerdem gibt es gegen Ende des Songs eine Instrumentalsequenz mit Oboe und Streichern zu hören, die die Stimmung des Songs wunderschön auf den Punkt bringt.

http://www.youtube.com/watch?v=aZ_0l0vlJEk
Sometimes You Need - Out of the Game

22. Juli 2012

Who Are You New York?

Heute war kein gewöhnlicher Sonntag auf Planet Rufus. Denn Rufus Wainwright ist heute 39 Jahre alt geworden. Anstatt viele Worte zu verlieren, lauschen wir lieber andächtig dem Geburtstagskind. Ausgewählt hierfür habe ich einen Song, der mich bis heute sprachlos macht.

Rufus, deine Musik macht diese verrückte Welt bedeutend schöner.

Live im Kulturhaus Dussmann in Berlin

7. Juli 2012

Candles

Candles ist Rufus' Abschiedssong an seine 2010 verstorbene Mutter. Während er auf dem Album Out Of The Game den Abschluss bildet, sorgt er auf der aktuellen Tour als A-Cappella-Version für einen feierlichen Konzertauftakt.

Wie für Kate passend handelt es sich um einen dem Anlass entsprechend getragenen Folksong. Und auf der Studioversion spielt Kates Schwester Anna Akkordeon. Weitere Familienmitglieder bilden den Hintergrundchor: Rufus' Vater Loudon, seine Schwester Martha und Halbschwester Lucy. Ein Dudelsackspieler lässt den fast acht Minuten langen Song ausklingen.

Candles erzählt eine anrührende wahre Geschichte. Als seine Mutter krank war machte es Rufus sich zur Gewohnheit, in Kirchen Kerzen für sie anzuzünden. Kurz nachdem sie gestorben war, versuchte er es in drei verschiedenen Kirchen in New York, doch allen waren die Kerzen ausgegangen. Wenige Wochen später war er in Paris und betrat Notre Dame. In der Kathedrale gelang es ihm schließlich, eine Kerze für Kate anzuzünden. Rufus dachte sich, vielleicht wollte Kate ihre Kerze in einem angemesseneren Gebäude haben, als in irgendeiner kleinen Kirche um die Ecke.

http://www.youtube.com/watch?v=X8KZO1nsFCA
Candles - Out of the Game

30. Juni 2012

Weitere Deutschland-Konzerte

Es gibt zwei weitere Konzerte von Rufus Wainwright in Deutschland, am 28.11.12 in Hamburg und am 05.12.12 in Frankfurt. Ersteres findet in einem wunderschönen Konzerthaus mit festen Sitzplätzen statt, der Laeiszhalle. Letzteres in einem Club mit Stehplätzen. Karten gibt es bei Eventim.