Heute war kein gewöhnlicher Sonntag auf Planet Rufus. Denn Rufus Wainwright ist heute 39 Jahre alt geworden. Anstatt viele Worte zu verlieren, lauschen wir lieber andächtig dem Geburtstagskind. Ausgewählt hierfür habe ich einen Song, der mich bis heute sprachlos macht.
Rufus, deine Musik macht diese verrückte Welt bedeutend schöner.
Live im Kulturhaus Dussmann in Berlin
22. Juli 2012
7. Juli 2012
Candles
Candles ist Rufus' Abschiedssong an seine 2010 verstorbene Mutter. Während er auf dem Album Out Of The Game den Abschluss bildet, sorgt er auf der aktuellen Tour als A-Cappella-Version für einen feierlichen Konzertauftakt.
Wie für Kate passend handelt es sich um einen dem Anlass entsprechend getragenen Folksong. Und auf der Studioversion spielt Kates Schwester Anna Akkordeon. Weitere Familienmitglieder bilden den Hintergrundchor: Rufus' Vater Loudon, seine Schwester Martha und Halbschwester Lucy. Ein Dudelsackspieler lässt den fast acht Minuten langen Song ausklingen.
Candles erzählt eine anrührende wahre Geschichte. Als seine Mutter krank war machte es Rufus sich zur Gewohnheit, in Kirchen Kerzen für sie anzuzünden. Kurz nachdem sie gestorben war, versuchte er es in drei verschiedenen Kirchen in New York, doch allen waren die Kerzen ausgegangen. Wenige Wochen später war er in Paris und betrat Notre Dame. In der Kathedrale gelang es ihm schließlich, eine Kerze für Kate anzuzünden. Rufus dachte sich, vielleicht wollte Kate ihre Kerze in einem angemesseneren Gebäude haben, als in irgendeiner kleinen Kirche um die Ecke.
http://www.youtube.com/watch?v=X8KZO1nsFCA
Candles - Out of the Game
Wie für Kate passend handelt es sich um einen dem Anlass entsprechend getragenen Folksong. Und auf der Studioversion spielt Kates Schwester Anna Akkordeon. Weitere Familienmitglieder bilden den Hintergrundchor: Rufus' Vater Loudon, seine Schwester Martha und Halbschwester Lucy. Ein Dudelsackspieler lässt den fast acht Minuten langen Song ausklingen.
Candles erzählt eine anrührende wahre Geschichte. Als seine Mutter krank war machte es Rufus sich zur Gewohnheit, in Kirchen Kerzen für sie anzuzünden. Kurz nachdem sie gestorben war, versuchte er es in drei verschiedenen Kirchen in New York, doch allen waren die Kerzen ausgegangen. Wenige Wochen später war er in Paris und betrat Notre Dame. In der Kathedrale gelang es ihm schließlich, eine Kerze für Kate anzuzünden. Rufus dachte sich, vielleicht wollte Kate ihre Kerze in einem angemesseneren Gebäude haben, als in irgendeiner kleinen Kirche um die Ecke.
http://www.youtube.com/watch?v=X8KZO1nsFCA
Candles - Out of the Game
30. Juni 2012
Weitere Deutschland-Konzerte
Es gibt zwei weitere Konzerte von Rufus Wainwright in Deutschland, am 28.11.12 in Hamburg und am 05.12.12 in Frankfurt. Ersteres findet in einem wunderschönen Konzerthaus mit festen Sitzplätzen statt, der Laeiszhalle. Letzteres in einem Club mit Stehplätzen. Karten gibt es bei Eventim.
15. Juni 2012
Rufus Does Gum
Rufus Wainwright präsentiert stolz sein neues Projekt. Nach zahlreichen Alben, den Judy-Garland-Konzerten und seiner ersten Oper widmet er sich nun endlich seinem Traumprojekt: Rufus Does Gum. Er bringt die Musik auf die Bühne, die ihn zeitlebens beeinflusst hat und aus ihm den Musiker machte, der er heute ist: Die Musik aus Kaugummiwerbung.
Hier das Video, das dieses wundervolle Projekt ankündigt: Rufus Does Gum
Achtung, Comedy! Funny Or Die ist eine von Will Ferrell gegründete Comedy-Website und besagtes Projekt natürlich ein Scherz. Aber eines offenbart das Video: Rufus hat einen wundervollen Sinn für Humor. Nicht nur, dass er das Video gemacht hat, zeigt das, sondern auch das Wie. Er ist auf so charmante Art witzig.
Hier das Video, das dieses wundervolle Projekt ankündigt: Rufus Does Gum
Achtung, Comedy! Funny Or Die ist eine von Will Ferrell gegründete Comedy-Website und besagtes Projekt natürlich ein Scherz. Aber eines offenbart das Video: Rufus hat einen wundervollen Sinn für Humor. Nicht nur, dass er das Video gemacht hat, zeigt das, sondern auch das Wie. Er ist auf so charmante Art witzig.
10. Juni 2012
Perfect Man
Perfect Man ist ein Song, den Rufus Wainwright ursprünglich für Neil Tennant von den Pet Shop Boys geschrieben hat. Dieser fand aber, der Song habe zu viele Akkorde. Die Melodie ist sehr raffiniert, bleibt jedoch hartnäckig hängen. Der Song wird von einem ziemlich flotten Rhythmus vorangetrieben. Während des Refrains kann man im Hintergrund deutlich die Stimme von Rufus' Schwester Martha vernehmen.
Der Songtext enthält Anspielungen auf verschiedene (weibliche) literarische und historische Figuren, die Wainwright offenbar als Unterstützung heraufbeschwört auf der Suche nach dem perfekten Mann. Er versucht sogar, alle Rosen gleichzeitig blühen zu lassen, um ihn zu betören.
Auch denkt er an einer Stelle des Liedes mal darüber nach, "deutsch und gemein" zu sein. Nach dem Berliner Konzert hat er versichert, dass das nur ein Scherz ist. Ach, jemandem, der bald einen Deutschen heiratet, kann man das wohl glauben.
http://www.youtube.com/watch?v=h1K8SrhGovQ
Perfect Man - Out of the Game
Der Songtext enthält Anspielungen auf verschiedene (weibliche) literarische und historische Figuren, die Wainwright offenbar als Unterstützung heraufbeschwört auf der Suche nach dem perfekten Mann. Er versucht sogar, alle Rosen gleichzeitig blühen zu lassen, um ihn zu betören.
Auch denkt er an einer Stelle des Liedes mal darüber nach, "deutsch und gemein" zu sein. Nach dem Berliner Konzert hat er versichert, dass das nur ein Scherz ist. Ach, jemandem, der bald einen Deutschen heiratet, kann man das wohl glauben.
http://www.youtube.com/watch?v=h1K8SrhGovQ
Perfect Man - Out of the Game
29. Mai 2012
Jericho
Jericho wird am 2. Juli als zweite Single von Out of the Game veröffentlicht. In dem - laut Wainwright - sehr privaten Song geht es um eine anonyme Person, die an ihren mittelalterlichen, biblischen Vorstellungen festhält. Wainwright hofft vergeblich, dass sie sich ändert; scheitert bei dem Versuch, die Mauer, die sie umgibt, einzureißen. Und das, obwohl er ihr mit den Worten Mut macht, die Offenherzigen hätten nichts zu befürchten.
Passend zum Thema dürfen in dem fein orchestrierten Song natürlich ein paar Trompetentöne nicht fehlen. Die Melodie ist ziemlich eingängig, aber dennoch typisch Rufus. Irgendwie schafft er es immer, eine Melodie, auch wenn sie nicht gar so komplex ist, eigensinnig klingen zu lassen. Sein großes musikalisches Vokabular spielt wohl auch eine Rolle darin. Produzent Mark Ronson soll es jedenfalls genossen haben, nicht zum wiederholten Mal dieselben Akkordfolgen interessant klingen lassen zu müssen.
Black Cab Sessions - Rufus Wainwright
Passend zum Thema dürfen in dem fein orchestrierten Song natürlich ein paar Trompetentöne nicht fehlen. Die Melodie ist ziemlich eingängig, aber dennoch typisch Rufus. Irgendwie schafft er es immer, eine Melodie, auch wenn sie nicht gar so komplex ist, eigensinnig klingen zu lassen. Sein großes musikalisches Vokabular spielt wohl auch eine Rolle darin. Produzent Mark Ronson soll es jedenfalls genossen haben, nicht zum wiederholten Mal dieselben Akkordfolgen interessant klingen lassen zu müssen.
Black Cab Sessions - Rufus Wainwright
5. Mai 2012
Zitat 2
"When it comes to sitting down and composing," he reflects, "there is no hesitation, no concern, no critics breathing fire down my neck. For me writing a song is the purest part of all. No one can mess with that."
(Wenn es darum geht, sich hinzusetzen und zu komponieren, gibt es kein Zögern, keine Sorge, keine Kritiker, die mir im Nacken sitzen. Für mich ist das Schreiben eines Songs der reinste Teil von allem. Niemand kann sich da einmischen.)
Dieses Zitat aus einem kürzlichen Interview mit der englischen Zeitung The Independent zeigt, was Rufus Wainwright so großartig macht. Es passt auch zu der Antwort, die er einmal auf die Frage nach seiner Zielgruppe gegeben haben soll: Alle, die noch nicht tot sind.
Dieser Künstler schreibt nicht für ein bestimmtes Publikum, nicht mit kommerziellem Erfolg im Hinterkopf. Was er schreibt stammt unverfälscht aus seiner tiefsten Seele und es muss musikalisch und emotional funktionieren, nicht kommerziell. Diese Reinheit - verbunden mit seiner Vielseitigkeit - bezahlt er damit, dass er schlecht zu kategorisieren ist. Man kann ihn nicht in eine Schublade pressen. Und Kommerz liebt leider Schubladen. Aber Kunst ist am besten, wenn sie sich nicht vom Kommerz einschränken lässt.
(Wenn es darum geht, sich hinzusetzen und zu komponieren, gibt es kein Zögern, keine Sorge, keine Kritiker, die mir im Nacken sitzen. Für mich ist das Schreiben eines Songs der reinste Teil von allem. Niemand kann sich da einmischen.)
Dieses Zitat aus einem kürzlichen Interview mit der englischen Zeitung The Independent zeigt, was Rufus Wainwright so großartig macht. Es passt auch zu der Antwort, die er einmal auf die Frage nach seiner Zielgruppe gegeben haben soll: Alle, die noch nicht tot sind.
Dieser Künstler schreibt nicht für ein bestimmtes Publikum, nicht mit kommerziellem Erfolg im Hinterkopf. Was er schreibt stammt unverfälscht aus seiner tiefsten Seele und es muss musikalisch und emotional funktionieren, nicht kommerziell. Diese Reinheit - verbunden mit seiner Vielseitigkeit - bezahlt er damit, dass er schlecht zu kategorisieren ist. Man kann ihn nicht in eine Schublade pressen. Und Kommerz liebt leider Schubladen. Aber Kunst ist am besten, wenn sie sich nicht vom Kommerz einschränken lässt.
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